FORSCHUNG UND FAKTEN
- Auf den Spuren von Friedrich Peltzer -
Eine historische Modellstudie von Roland Werner Heute: Die verglasten Feuerwehren zwischen
1959 und 1970/Teil III
Rückblick
Meine bisherigen Begleiter durch die Zeit der alten WIKING -Feuerwehren wissen bereits-.
Es ist völlig verfehlt anzunehmen, die frühen Spritzenwagen und Leiterwagenmodelle mit
Einzelkabine hätten die Zeit nach 1964 nicht überlebt. Richtig ist, dass diese Fahrzeuge nach
ihrem Serienaus im Jahre 1963 in den Geschenkpackungen weiterhin erhältlich waren und dort
bis 1968 abverkauft wurden. Noch nach 1968 kamen dort fortgesetzt produzierte Mercedes-
Drehleitern zur Auslieferung, nunmehr aber gepaart mit überzähligen Spritzenwagen aus der
Sirius-Generation. Der Vorrat an Sirius-Fahrzeugen war schon erschöpft, als sogar nach 1970
noch immer letzte L 5000 Drehleitern mit Einzelblaulicht unter die Klarsichtdeckel der Packungen
gelangten, wobei man den Platz des Spritzenwagens bereits mit Saturn-Fahrzeugen belegte.
Die Bestimmung dieser Daten als Eckpfeiler einer Analyse, die tiefer in die Materie eindringt und
endlich die wahren Zusammenhänge von einst aufdeckt, habe ich in den letzten beiden Ausgaben
dargelegt und umfassend begründet. Auch das Kombinationsspiel der verschiedenen Kabinen-
und Aufbauversionen wurde erschöpfend behandelt,
Chassisfarben in der Zeit offener Achshalterungen
Des Weiteren habe ich aufgezeigt, dass der alte Spritzenwagen zu Beginn der Zeit offener
Achshalterungen eine ganz spezielle Chassisfrühversion erlebt hat, die oben hinter der
Kabinenaufnahme den ersten Steg noch nicht aufwies. Hier haben Friedrich Peltzer und sein
Modellbaumeister Kedziersky in ihrer ganz typischen Art herumexperimentiert und somit für die
Ermittlung der Farbreihenfolge bei diesen Chassis eine immens wichtige Spur gelegt, Da dieses
Chassis ausschließlich bei schwarz untersetzten Spritzenwagen bekannt wurden, ohne dass sie
ohne diesen ersten Steg modellübergreifend auch bei anderen Lkw-Modellen verwendet werden
konnten, lässt sich ihr Gebrauch auf die Zeit vor Auslieferung der Mai-Neuheiten des Jahres 1962
einengen. Zu diesem Zeitpunkt standen bei den Fachhändlern nämlich schon die neuen Kohle -
Lkw bereit, deren auffälligstes Merkmal neben einer gesondert eingelegten Kohle-Imitation eben
gerade dieses neue Chassis mit offenen Achshalterungen gewesen ist. Anders als die
Frühversion zeigte sich dieses Chassis von nun an um den ersten Steg ergänzt, eine Maßnahme
der Schöpfer aus Berlin, um ein optisch wenig überzeugendes Freihängen der Lkw-Pritschen an
dieser Stelle zu vermeiden. Nach unseren Ermittlungen waren es rote MB L 3500-Maschinen mit
resedagrüner Pritsche und silbernem Chassis, die während der ersten Zeit den Platz dieser neu
vorgestellten Grundversion im Programm repräsentierten. Unter Ansicht der Sekundärmerkmale
bei den Feuerwehren wie Bemalung, Radtypen, Haspelfarben, Leiterversionen und
Leistenvarianten lassen sich auch die silbern untersetzten Spritzenwagen und Drehleitern in diese
Zeit ab Mai 1962 einordnen, so dass hier die Ablösung der schwarzen Frühversion durch silberne
Chassis belegt scheint. Dieser Befund wird im Übrigen durch zwei weitere Detailveränderungen
an diesen Chassis untermauert:
1.) Uns liegt das freigelegte Silberchassis eines (beschädigten) Kohle - Lkw vor, das sich auf den
beiden hinteren Stegen völlig plan präsentiert. Ebenso plan zeigen sich die beiden hinteren Stege
auf der schwarzen Frühversion. Demnach entstand noch während der Zeit des silberfarbenen
Chassis die spätere Regelversion. Hier zieren die beiden hinteren Stege zusätzliche
Stützerhöhungen an den Außenkanten. Diese Erhöhungen dienten dem Niveau-Ausgleich zur
besseren Arretierung der Pritschen- und Kastenaufbauten, die zunächst nur vorne am ersten Steg
und hinten an den Heckaufnahmen richtig aufsetzen, an den hinteren Stegen aber durchhingen.
2.) Sowohl in schwarz als auch in rot ist diese Regelausführung zusätzlich mit stabähnlichen
Heckfortsätzen um den Zughaken herum bekannt geworden. Diese beidseitige Verlängerung
sollte ab 1965 die Aufnahme der neu eingeführten Kranaufbauten beim Rüstwagen erleichtern. In
der Montage haben diese Heckfortsätze jedoch das Aufsetzen der Spritzenwagen- und
Leiterwagenaufbauten behindert, da diese im Gegensatz zum neuen Rüstwagenaufbau nicht die
zur Aufnahme dieser Fortsätze erforderlichen Ausschnitte aufwiesen. Deshalb mussten die
Heckfortsätze hier vor der Montage werkseitig entfernt werden. In der Farbgebung silbern ist
diese Modifikation mit Heckfortsätzen nicht mehr bekannt geworden.
Folglich können nun alle silbern untersetzten Feuerwehren in ihrem Produktionsintervall zunächst
auf die Zeit von Mai 1962 (Neuauslieferung der Kohle - Lkw) bis Mai 1965 (Auslieferung der
ersten Rüstwagen) eingegrenzt werden. Nun sind aber diese silbern untersetzten Fahrzeuge nicht
mehr mit Kabinen aus der Epoche der Modifikationen (Blinker, Lichtsockel, ab ca. 1965)
aufgetreten. Selbst für den Einsatz der etwa Ende 1964 neu eingeführten Blaulichtleiste mit
Klebelasche standen diese Silberlinge nicht mehr bereit. Umgekehrt liegt mir ein silbern
untersetzter Leiterwagen vor (Magirus S 3500), dessen Aufbau unten Arretierungsstege zu
erkennen gibt. Wie in Teil 2 meiner Studie aufgezeigt, handelt es sich dabei um eine
Aufbaumodifikation ab etwa Mitte 1964. Unter Auswertung dieser Indizien sind wahrscheinlich ab
etwa 1964 keine silbern untersetzten Feuerwehren mehr produziert worden. Im Ergebnis reduziert
sich damit die mögliche Produktionsspanne weiter auf die Zeit von Mai 1962 bis etwa Mitte 1964.
Die Chassisregelversion in der Farbgebung rot existiert nach unseren Beobachtungen
ausschließlich mit den zuvor beschriebenen Stützerhöhungen und ist damit lediglich in den beiden
letzten Entwicklungsstufen vertreten (mit oder ohne Heckfortsätze). Ihre Verwendung noch unter
den letzten Drehleitern im Jahre 1970 ist sicher verbürgt (mit werkseitig entfernten
Heckfortsätzen). Der Einsatz der Farbe rot unter den Feuerwehren schon vor 1963 ist mir nicht
bekannt. Vielmehr fällt auf, dass alle rot untersetzten Fahrzeuge keine Stoßstangenbemalung
mehr aufweisen, eine Charakteristikum der Zeit nach Anfang 1963.
Ein weiteres Gastspiel zwischen 1963 und 1964 hat noch einmal die Farbe schwarz bei den
Feuerwehren gegeben, diesmal jedoch nicht mehr in der beschriebenen Frühversion, sondern in
der Entwicklungsstufe 3, d.h. mit drei Stegen und Stützerhöhungen, jedoch ohne Heckfortsätze.
Schließlich sind schwarze Chassis auch bei den Feuerwehren mit Heckfortsätzen bekannt
geworden. Nachweislich original kenne ich solche Ausführungen jedoch nur beim MB L 5000
Leiterwagen nach 1968.
FORSCHUNG UND FAKTEN
- Auf den Spuren von Friedrich Peltzer -
Eine historische Modellstudie von Roland Werner Heute: Die verglasten Feuerwehren zwischen 1959 und 1970/Teil III
Ergänzte Fassung !
ABC der ersten Feuerwehrgeneration 1959 - 1970
AUFBAUVERSIONEN
a) Spritzenwagen: insgesamt vier Ausführungen bekannt. ausführliche Beschreibung siehe Studie Teil II
1954-1961/62
Version 1 :
Aussparungen sowohl vorne als auch hinten hoch ausgeschnitten;
dicke Stirnwand; dicke Heckwand; ohne Verdickungen
an den vorderen Ausschnittseckpunkten;
Kombination mit Chassis geschlossene Achshalterungen
Bekannte Farben: blassrot, orangerot, rot
1961/ 62 ?
Version 2 A :
Aussparungen sowohl vorne als auch hinten hoch ausgeschnitten; dünnere
Stirnwand;
dünnere Heckwand; ohne Verdickungen an den vorderen Ausschnittseckpunkten;
Kombination mit Chassis geschlossene Achshalterungen
Bekannte Farben: rot (eventuell auch blassrot/orangerot ?)
Anfang 1962
Version 2 :
Aussparungen vorne flach, hinten hoch ausgeschnitten; dünnere Stirnwand;
dünnere Heckwand; weiterhin ohne Verdickungen
an den vorderen Ausschnitteckpunkten
Kombination mit WM Chassis geschlossene Achshalterungen und
MiG Chassisfrühversion (zwei Stege)
Farbgebung: rot
Mai 1962-1968
Version 3 :
Vordere Aussparung rückverwandelt hoch, hinten jetzt flach
ausgeschnitten; wieder etwas dickere Stirnwand; dünnere Heckwand;
zusätzlich mit Verdickungen an den vorderen Ausschnittseckpunkten
Kombination mit allen Chassisregelversionen (drei Stege)
Farbgebung: rot
AUFBAUVERSIONEN
b) Leiterwagen: insgesamt drei Versionen bekannt; ausführliche Beschreibung siehe Studie Teil II
1954-1960
Version 1:
Ohne Struktur, ohne Arretierungsstege hinter den Haspelhalterungen
Kombination mit Chassis geschlossene Achshalterungen
Bekannte Farben-. blassrot, orangerot
1960-1964
Version 2:
Mit Struktur, ohne Arretierungsstege, verstärkte Haspelhalterungen
Kombination anfangs mit Chassis geschlossene Achshalterungen, ab
1962 mit Chassisregelversion offene Achshalterungen (drei Stege)
Bekannte Farben: silbern, rot, blassrot
1964-1970
Version 3:
Mit Struktur, mit Arretierungsstegen, verstärkte Haspelhalterungen
Kombination mit Chassisregelversion offene Achshalterungen
(drei Stege), zum Teil werkseitig entfernte Heckfortsätze
Farbgebung: rot
BEMALUNG
Bei allen Löschfahrzeugen mit Einzelkabine gilt:
1954-Ende 1962
Scheinwerfer und Stoßstange silbern bemalt
1963-1970
Ausschließlich Scheinwerfer silbern ausgelegt
1963-1971
BLAULICHTER
1954-1963
Drei Blaulichter auf Leiste
Bekannte Farben: Bei blassroten und orangeroten Fahrzeugen bis 1961 in blaumetallic
und
hellen, bisweilen durchsichtigen Blautönen; rote Fahrzeuge tragen die Blaulichtleiste in
dunklen Blautönungen
1964-1968
Drei Blaulichter auf Leiste mit anhängender Klebelasche
Farbgebung: dunkelblau
1967-1970
Ein aufgesetztes Blaulicht auf Dachsockel
Ende 1969
Kurzzeitig von unten durchgestecktes Einzelblaulicht als integraler Bestandteil. der blau
eingefärbten Verglasung (nur bei Drehleitern MB L 3500, L 5000)
CHASSIS
a) geschlossene Achshalterungen 1954 bis 1962, bis ca. 1963 Resteverwertung
1954-1959
Bodenprägung WM im Kreis
Bekannte Farben: blassrot, orangerot
1969-1962
Bodenprägung WM
Bekannte Farben-. blassrot, orangerot, rot
b) offene Achshalterungen 1962 bis 1970
Anfang 1962
Zwei Stege ohne Stützerhöhungen, ohne Heckfortsätze
Farbgebung: schwarz
Mitte 1962
Hintere Stege ohne Stützerhöhungen, ohne Heckfortsätze
Farbgebung: silbern
Ende 1962-1964
Hintere Stege mit Stützerhöhungen, ohne Heckfortsätze
Bekannte Farben-. 1. silbern, 2. rot, schwarz (ab 1963)
1965-1970
Hintere Stege mit Stützerhöhungen, mit werkseitig entfernten Heckfortsätzen
Bekannte Farben: rot, vereinzelt schwarz
FEUERWEHR-GESCHENKPACKUNGEN 1962-1974
Plastikkästen mit transparentem Klarsichtdeckel und Schaumstoffeinlage; Schaumstoffeinlage mit Silhouettenausstanzung
der einzelnen Modelle; Boden zweisprachig beschriftet (deutsch/englisch); bekannt gewordene Farben in der Reihenfolge
ihres Erscheinens: beige, olivgrün, lichtgrau blaumetallic
KABINEN
siehe im einzelnen Studie Teil 2
1959-1961
MB L 5000 ohne Schlitz
Magirus S 3500 mit und ohne Schlitz, kleine Fenster, Kabine 1
1959-1966
Magirus S 3500 ohne Schlitz, kleine Fenster, Kabine 1, später mit Einzelblaulicht, gegen
Produktionsende zusätzlich mit Blinkern
1961-1969
MB L 3500 mit Schlitz, kurzfristig nur mit Blinkern, ab 1967 zusätzlich mit Einzelblaulicht
1962-1967
Magirus S 3500 mit Schlitz, große Fenster, Kabine 2, später mit Blinkern, gegen Produktionsende
zusätzlich mit Einzelblaulicht
1962-1965
MB L 5000 mit Schlitz, 1965 kurzfristig nur mit Blinkern, Neuproduktion ab 1968
zusätzlich
1968-1970
mit Einzelblaulicht
KLEBEVERBINDUNGEN
Allein die folgenden Klebeverbindungen entsprechen den jeweils aufgeführten Bauteilkombinationen. Vorsicht bei
angeblichen Ausnahmen aus dubiosen Quellen (Börsen)! So unzuverlässig, wie dort immer wieder erzählt wird, haben die
von WIKING beauftragten Heimwerkerinnen die Montage wahrhaftig nicht betrieben.
a) Spritzenwagen
Grundsätzlich:
Befestigung des Aufbaus immer an der Chassisheckseite, nicht auf den
Kotflügeln
-,geschlossene Achshalterungen/Aufbauversion 1, 1 a und überwiegend 2,
Kabinenrückwand und Aufbaustirnwand miteinander verklebt
-offene Achshalterungen, Chassisfrühversion (zwei Stege)/Aufbauversion 2
Mir liegen zwei identische Modelle in dieser Kombination vor. Das eine Modell ist zwischen Kabinenrückwand und
Aufbaustirnseite original verklebt, das andere hingegen nicht. Vermutlich dokumentieren beide Modelle die entscheidende
Übergangsphase, in der man davon abging, die genannten Bauteile miteinander zu verkleben. Offensichtlich bot das neu
eingeführte Chassis mit offenen Achshalterungen schon in seiner Frühversion dem Spritzenwagenaufbau ausreichenden Halt
auf seiner Unterseite, so das sich die Verklebung vorne auf diese Stelle beschränken ließ.
-offene Achshalterungen (drei Stege)/Aufbauversion 3
Kabinenrückwand und Aufbaustirnwand nicht mehr miteinander verklebt. Befestigung der Aufbaustirnwand von nun an auf
dem neu eingeführten dritten Steg.
b) Leiterwagen
Grundsätzlich-. Keine Klebeverbindung zwischen Kabinenrückwand und Aufbaustirnseite
,geschlossene Achshalterungen/Aufbauversion 1
Befestigung des Aufbaus hinten an der Chassisheckseite; noch keine Verklebung auf den hinteren Kotflügeln
-,geschlossene Achshalterungen/Aufbauversion 2
Befestigung des Aufbaus hinten durch Verklebung auf den Kotflügeln, nicht mehr an der Chassisheckseite
-offene Achshalterungen/Aufbauversion 2
Befestigung des Aufbaus auf den Kotflügeln, am Heck sowie später überwiegend hinten durch Verklebung auf den vertikalen
Heckaufnahmen,
-offene Achshalterungen/Aufbauversion 3
Befestigung des Aufbaus wie vor
LEITERN
a) Spritzenwagen
Die von Koch genannten zwei Leitern "unterschiedlicher Breite" präsentieren sich nicht nur zugleich in unterschiedlicher
Länge, es existieren überdies auch zwei völlig verschiedene Formvarianten, wobei die letztere davon noch heute in Gebrauch
steht und von schlauen Restauratoren auch dort aufgesteckt wird, wo sie nun überhaupt nicht hingehört.
Formvariante 1
Leiterstangen wie Sprossen eckig und grober ausgestattet als bei der Formvariante 2.
Die Entwicklung dieser Formvariante reicht weit zurück bis zu den Anfängen der Automodell-Produktion bei WIKING.
Zunächst in der Farbgebung gelb, später in silbern, war die kleinere der beiden Leitern schon auf dem Dodge-Spritzenwagen
im Einsatz. Mit der Einführung der beschriebenen Aufbauversion 1 auf den Ford- und Mercedes-Fahrgestellen gesellte sich
ab 1954 die größere der beiden Leitern hinzu. Dieser Leitersatz schmückte sowohl die Aufbauversion 1 als auch die
Aufbauversion 2, in Resten auch noch die Aufbauversion 3. Das heißt: Alle Spritzenwagen mit geschlossenen
Achshalterungen bis 1962 sowie die beschriebene rot/schwarze Frühversion mit den offenen Achshalterungen wurden
original ausschließlich mit diesen eckigen Leitern in der Formvariante 1 ausgerüstet.
Formvariante 2
Leiterstangen wie Sprossen rund und filigraner ausgeformt als bei der Formvariante 1.
Die Entwicklung dieser noch heute aktuellen Folgeversion steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Einführung der
neuen Sirius-Generation im Jahre 1962. Während sie auf dem Spritzenwagen dort in unterschiedlichen Beigetönungen
Verwendung fand, schmückte sie die Fahrzeuge mit Einzelkabine weiterhin in silbern. Dort floß die Formvariante 2 jedoch
nicht sofort, sondern sukzessiv in die Bestückung mit ein. Variantenübergreifende Mischausstattungen sind authentisch
belegt, jedoch nicht vor Herbst 1962 wahrscheinlich (Spritzenwagen in der Farbgebung rot mit silbernem Chassis).
b) Leiterwagen
Alle Leiterwagen mit Einzelkabine in der Produktionszeit zwischen 1957 und 1970 wurden mit dem gleichen Grundtypus einer
- leider sehr bruchempfindlichen - dreiteiligen Schubleiter ausgeliefert. Im Zuge von Anti-Bruchmaßnahmen erlebte der erste
Innenschub - durch das Ausziehen der Leiter besonders stark belastet - eine geringfügige Modifikation. Gut gemeint, aber
wenig effektiv, versah Friedrich Peltzer bereits etwa 1959 die vorderste Sprosse des ersten Innenschubes mit horizontalen
Verstärkungshörnern, die aus dem Leiterpark markant herausragen. Die Berliner Entwicklungsabteilung hoffte das geradezu
standardisierte Auftreten einer Bruchstelle vorne links aus der Welt zu schaffen. Diese Maßnahme hat das Aufreißen der
vordersten Sprosse jedoch lediglich gelindert, so dass auch weiterhin die Fahrzeuge oft von diesem Mangel betroffen waren.
Anders als das - ebenfalls häufige -Aufbrechen der beiden vorderen Außenstreben rechts und links neben diesem
Innenschub kann diese von Grund auf angelegte Formschwäche kaum als wertmindernd bezeichnet werden, Immerhin
vermittelt sie in ihrem typischen Auftreten ein gewisses Indiz für die Originalität der jeweiligen Drehleiter insgesamt.